Haben Sie sich schon einmal die Frage gestellt, ob Sie arbeiten um zu leben oder leben um zu arbeiten? Wenn Sie sich jetzt nicht sicher sind was damit gemeint ist und worin der feine Unterschied zwischen diesen beiden Lebenseinstellungen zum Thema Arbeit besteht, dann sind Sie hier und jetzt genau richtig. Viel Spaß beim Lesen dieses kurzweiligen Gedankenspiels.

arbeiten um zu leben oder leben um zu arbeiten

Das Vorstellungsgespräch

Stellen Sie sich vor, dass Sie sich gerade mental auf ein wichtiges Vorstellungsgespräch vorbereiten. Der Job, um den Sie sich beworben haben, ist Ihnen besonders wichtig – daher möchten Sie unbedingt einen möglichst guten Eindruck beim künftigen Chef hinterlassen. Nun kann es sein, dass Sie das auch mehr oder weniger unter Druck setzt. Leichte Nervosität bahnt sich an.

Und nun ist es soweit, das Vorstellungsgespräch beginnt und die erste formelle Frage lautet: „Was glauben Sie: Sind Sie ein Mensch, der arbeitet um zu leben oder ein Mensch der lebt um zu arbeiten?“ Was würden Sie nun intuitiv – den für lange Überlegungen ist keine Zeit – dem Gegenüber antworten?

Antworten die alles entscheiden können

Jemand, der den Job unbedingt haben will, wird ungeachtet seiner eigenen Autorität vielleicht antworten, um einen vermeintlich guten Eindruck zu vermitteln: „Ich lebe natürlich um zu arbeiten! Arbeit ist mir sehr wichtig in meinem Leben“ Wenn der neue Chef aber nun zusätzlich fragt: „Egal was Sie für Aufgaben gestellt bekommen?“ Nun wird es vielleicht schon schwieriger, denn wenn man nun antwortet: „Ja, es ist mir eigentlich relativ egal was ich arbeite, Hauptsache ich verdiene mein Geld damit und kann gut leben. Und schließlich muss ich meine Familie ernähren.“ dann hat der neue Chef bereits erkannt, dass er bei der ersten Frage belogen worden ist oder aber die bewerbende Person hat den Sinn der Frage nicht verstanden.

Arbeiten um zu leben

Jemand der antwortet, dass er eigentlich arbeiten muss – egal was – um leben zu können und seine Familie ernähren muss, kann im Grunde genommen nicht leben um zu arbeiten. Diese Person muss arbeiten um (über-)leben zu können. Insofern begibt man sich hier von Grund auf in eine unangenehme Abhängigkeit dem Arbeitgeber gegenüber, was auch bei Gehaltsverhandlungen ein Nachteil sein kann. Es kann natürlich auch sein, dass der neue Chef den Intellekt der bewerbenden Person in Frage stellt.

Wenn der neue Chef die Antwort als Lüge interpretiert, dann wird es vielleicht sehr schwierig sein, den Job überhaupt zu bekommen, da Ehrlichkeit und Verlässlichkeit wichtige Kriterien sein können. Denn im Grunde genommen arbeiten die meisten Menschen einfach um leben zu können. Aber es gibt durchaus auch Tätigkeiten und zahlreiche Berufe die wirklich als Traumjob prädestiniert sind.

Leben um zu arbeiten

Wenn Sie zu den glücklichen Menschen gehören, die genau wissen was Sie arbeiten wollen, weil Sie das von tiefsten Herzen erfüllen würde, dann können Sie mit erhobenen Haupt auf diese Frage antworten: „Ich möchte genau diesen Job haben, da ich felsenfest davon überzeugt bin, dass mir dieser Job spaßmachen wird.“ Und wenn dem wirklich so ist, dann wird der neue Chef sich ebenfalls davon überzeugen lassen. Denn auch er weiß wahrscheinlich, wie wertvoll Mitarbeiter sind, die mit Herzblut und einer gewissen Leidenschaft ihrem Job tagtäglich nachgehen.

Es kann hier für beide Parteien eine vielversprechende Win-Win-Situation entstehen, die mit allem Geld der Welt nicht aufzuwiegen ist. Warum das in der Tat so sein kann? Das hat etwas mit der Japanischen Lebenskunst Ikigai zu tun. Jemand der sein Ikigai in der Arbeit findet, der lebt für seine Arbeit, denn das ist es, was diesen Menschen Spaß macht und erfüllt. Das damit verdiente Geld (oder sogar der Erfolg selbst) spielt dabei für ihn nur eine Begleiterscheinung.

Menschen, die durch ihr Ikigai arbeiten dürfen, müssen nicht zwangsläufig erfolgreich oder reich dadurch werden, aber wirklich langfristig erfolgreiche Menschen, die dabei bodenständig und glücklich sind, haben ihren Erfolg meistens ihrem Ikigai zu verdanken.

Daher sind selbstständig Tätige, Künstler, Designer und andere erfolgreiche Unternehmer meist dazu auserkoren, mit und durch ihr Ikigai arbeiten zu können, und zu dürfen.

Wenn Arbeit leicht fällt und nicht belastet

Im Grunde genommen kann jeder Mensch für sich selbst ganz einfach erkennen, ob Ikigai im Arbeitsleben eine Rolle spielt. Wenn es Ihnen besonders leicht fällt und Spaß macht an die nächsten Herausforderungen im Job zu denken, es Sie motiviert neue Dinge auszuprobieren, etwas an ihrer Arbeitsweise zu verändern und Sie ein gutes Gefühl dabei haben, dann kann das ein starkes Indiz dafür sein, dass Ikigai diese Motivation in Ihnen auslöst. Denn dann Leben Sie um zu arbeiten.