Der Begriff „Beständigkeit“ beinhaltet das Wort „ständig“, was einen fortwährenden Zustand oder Ablauf voraussetzt. Somit hat die Beständigkeit auch etwas mit Nachhaltigkeit zu tun. Wir assoziieren Nachhaltigkeit heute oftmals mit ökologischen Attributen aus der biologischen Landwirtschaft. Insofern ist Nachhaltigkeit etwas Gutes und Gesundes. Und genau da schließt sich der Kreis zum Wert der Beständigkeit. Doch Beständigkeit und Nachhaltigkeit hat bei Weitem nicht nur etwas mit der Agrarwirtschaft zu tun – vielmehr aber mit unserem eigenen Wertesystem.
Die Beständigkeit an sich ist wertfrei
Nun kann man aber auch ständig krank sein und damit nachhaltig seine Gesundheit schädigen. Das ist als Negativ-Beispiel anzuerkennen. Daher sind diese Begrifflichkeiten im Grunde genommen wertfrei. Der Wert der Beständigkeit definiert sich lediglich darüber, was wir daraus machen. Wenn wir nachhaltig leben wollen, dann hat das im Grunde genommen nichts damit zu tun, ob wir lediglich BIO-Produkte im Supermarkt einkaufen, ein Elektroauto fahren und viel zu Fuß gehen. Wobei das zu Fuß gehen an sich durchaus eine Tätigkeit ist, die uns grundsätzlich nachhaltig gesund hält, genauso wie regelmäßiger Sport unseren Körper gut tut, fit und gesund hält. Das ist letztendlich eine Form der nachhaltigen Beständigkeit.
Ob BIO-Produkte grundsätzlich für uns gesund sind, weil eben „BIO“ draufsteht, kann bezweifelt werden, da man hier differenzieren muss. Nicht jedes Produkt ist für alle Menschen gleich gut, völlig egal, ob BIO draufsteht, oder nicht. Daher hat dies rein gar nichts mit Beständigkeit zu tun, sondern mit Marketing und externen Faktoren, die wir nicht beeinflussen können. Ein BIO-Produkt kann auch nicht wirklich nachhaltig sein, da es ein Mindestablaufdatum hat – und weil es wahrscheinlich – wie so oft – in Plastik verpackt ist, ist es auch in anderer Hinsicht nicht nachhaltig. Der Wert unserer Beständigkeit findet seinen Ursprung in uns selbst, in Form unserer inneren Einstellung.
Ein Elektroauto als nachhaltiges Fortbewegungsmittel zu benennen ist jedenfalls auch keine Form der beständigen Klugheit. Denn ein Elektroauto ist alles andere als nachhaltig, genau so wenig wie ein sogenannter Verbrenner, oder eben auch ein BIO-Produkt. Und auch das Elektroauto fährt nicht ewig.
Beständigkeit hat kein Ablaufdatum
Ja, wir Menschen haben auch ein Ablaufdatum, könnte man sagen, also sind wir selbst auch nicht nachhaltig. Ja, richtig – aber hier trennt sich die Argumentation vom Kontext, denn es geht uns darum, unseren Wert der Beständigkeit Zeit unseres Lebens heraus zu finden. Daher hat die Beständigkeit nichts mit einem Ablaufdatum zu tun, es ist vielmehr ein relativer Begriff, nicht als absolut anzusehen, genau wie die Beständigkeit der Erinnerung. Man kann beispielsweise für den Zeitraum von einem Jahr beständig einer Tätigkeit nachgehen. Es geht um die Sinnhaftigkeit, ob das was wir machen für uns sinnvoll ist und uns somit ein Gefühl von Beständigkeit in unserem Tun und Handeln vermittelt.
Effizienz als Wert der Beständigkeit
Solange wir etwas beständig – sinngemäß regelmäßig – tun, wird sich in dem was wir tun, die Effizienz der Beständigkeit grundlegend verbessern. Das ist ein Lernprozess, der uns besser werden lässt. Ein gutes Beispiel dafür ist der Ausdauersport. Wenn wir bewusst regelmäßig Laufen und/oder Radfahren, dann werden wir mit der Zeit ständig besser und letztendlich auch schneller. Der unsichtbare Jocker dabei ist aber die Steigerung der eigenen Effizienz, die uns nachhaltig – also beständig – besser im Laufen / Radfahren macht. Mit der Zeit können wir mehr Leistung bei geringerer Herzfrequenz leisten und über längere Zeiträume diese Leistung erbringen. Unser Körper wird somit effizienter. Das ist somit die Effizienz der Beständigkeit. In diesem Kontext ist das „schneller werden“ ein willkommener Nebeneffekt. Denn „schnell sein“ ist wiederum kein Aspekt von Beständigkeit und somit auch nicht nachhaltig.
Die Beständigkeit ist kein Ausdruck von Superlativen, keine Form von Bewertung, sondern eine Form und Ausdruck von innerer Haltung und Überzeugung. Das kann auch etwas mit dem Urvertrauen zu tun haben, beispielsweise wenn wir uns sicher fühlen beim Gedanken, dass alles gut werden wird, und dass der Weg, den wir eingeschlagen haben, für uns der richtige Weg ist.
Wann also trifft für uns Beständigkeit zu?
Um kurz zu den BIO-Produkten / Elektroautos zurück zu kehren: Wenn wir der Überzeugung sind, dass uns BIO-Produkte / Elektroautos wirklich gut tun (selbst wenn nur BIO draufsteht) und wir ein gutes Gefühl dabei haben, dann hat das durchaus etwas mit eigener Beständigkeit zu tun, aber nicht wegen dem Produkt, sondern vielmehr mit der eigenen Einstellung dazu.
Alles was uns motiviert, inspiriert und aus jeden gelebten Tag einen sinnvollen Tag werden lässt, hat das Zeug zur Beständigkeit in unserem Leben. Das ist die Quintessenz, für das es sich zu leben lohnt.




