Wenn man an Christoph Kolumbus – und in diesem Zusammenhang speziell an Barcelona – denkt, hat man meistens an einen Moment vor Augen, der fast wie eine Szene aus einem Historienfilm wirkt: die Rückkehr von seiner ersten Amerikareise im Jahr 1493, zu jenem Zeitpunkt, an welchem er noch nicht einmal wusste, dass er einen neuen Kontinent entdeckt hatte (eigentlich hat er diesen „neuen“ Kontinent nicht als erster Europäer entdeckt). Kolumbus war damals kein weltberühmter Entdecker, sondern ein Seefahrer aus Genua (Italien), der jahrelang versucht hatte, Unterstützung für seine Idee zu bekommen, westwärts nach Asien zu segeln. Schließlich fand er Gehör bei Isabella I. von Kastilien und Ferdinand II. von Aragón – den sogenannten katholischen Königen von Spanien.
Christoph Kolumbus' Rückkehr nach Europa
Nach seiner ersten Reise über den Atlantik kehrte Kolumbus nicht direkt nach Madrid zurück, sondern traf das Königspaar in Barcelona, an jenem Ort wo sich heute die 60 Meter hohe Statue am Hafen befindet.
Damals war Barcelona ein wichtiges politisches Zentrum der spanischen Krone. Man erzählt sich, dass Kolumbus durch die Stadt zog und am Hof von seinen Entdeckungen berichtete – von Inseln jenseits des Atlantiks, von Menschen, Pflanzen und Dingen, die für die Europäer völlig neu waren.
Heute weiß man natürlich, dass Christoph Kolumbus nicht Asien erreicht hatte, sondern in der Karibik landete. Aber in diesem Moment bei der Rückkehr nach Spanien glaubten viele noch, ein neuer Seeweg nach Indien sei gefunden worden. Für die Menschen am Hof muss das wie eine sensationelle Nachricht aus einer komplett anderen Welt geklungen haben.
Das Video zu diesem Beitrag über Christoph Kolumbus und Barcelona
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Christoph Kolumbus und Barcelona: Der Ort seines königlichen Triumphes
Barcelona wurde durch den königlichen Empfang von Christoph Kolumbus nicht zur eigentlichen „Stadt des Kolumbus“ – seine Reisen waren stärker mit Häfen wie Palos de la Frontera und später Sevilla verbunden. Aber Barcelona wurde zum Schauplatz seines großen Triumphmoments: der Augenblick, in dem aus einem relativ unbekannten Seefahrer eine historische Figur wurde.
Über das Christoph Kolumbus-Denkmal in Barcelona
Das berühmte 60 Meter hohe Kolumbus-Denkmal am Hafen entstand übrigens erst Jahrhunderte später, Ende des 19. Jahrhunderts. Es erinnert weniger an sein Leben in Barcelona, als an diese symbolische Rückkehr und die Begegnung mit dem Königshof.
Heute wird Kolumbus in Barcelona und anderswo deutlich differenzierter betrachtet: nicht nur als Entdecker, sondern auch im Zusammenhang mit der Kolonialisierung, Gewalt und den Folgen für die indigenen Gesellschaften. Gerade deshalb ist die Stadt ein interessanter Ort, um über beide Seiten dieser ruhmreichen und nicht unbedingt ehrenhaften Geschichte nachzudenken.




