Wer Indiana Jones und das Rad des Schicksals gesehen hat, war vielleicht ziemlich beeindruckt von der Kulisse in der Höhle in welcher Indiana Jones und Helena Shaw nach dem legendären Grab des Archimedes gesucht haben. Diese Höhle gibt es in Wirklichkeit und sie trägt den Namen „Ohr des Dionysos“. Diese Höhle ist im antiken Steinbruch Latomia del Paradiso innerhalb des Archäologischen Park Neapolis in Syrakus zu finden und ja, als Besucher kann man die Höhle betreten. 

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Abbildung: Das berühmte Ohr des Dionysos (italienisch Orecchio di Dionisio) - Drehort in Indiana Jones und das Rad des Schicksals

Das Ohr des Dionysos

Das Ohr des Dionysos ist eine besonders schöne Verbindung zwischen realer antiker Geschichte und der Indiana Jones-Fiktion. Beim echten Ohr des Dionysos jedoch handelt es sich nicht um eine natürliche Höhle, sondern um einen von Menschen aus dem Kalkstein herausgearbeiteten antiken Hohlraum (vermutlich Steinbruch). Das Ohr des Dionysos ist gewaltig. Es ist etwa 23 Meter hoch, 11 Meter breit und mehr als 60 Meter tief. Seine charakteristische, nach oben schmaler werdende Form erinnert tatsächlich an ein riesiges Ohr, welches sinngemäß nur einem Gott gehören kann.

Dionysos ist der griechische Gott des Weines, des Rausches, der Ekstase und der Fruchtbarkeit. Er ist der Sohn des Zeus und der sterblichen Frau Semele. Nach dem Tod der durch Zeus verbrannten Semele rettete Zeus das Kind und nähte es in seinen Oberschenkel ein, bis es ein zweites Mal geboren wurde. In der römischen Mythologie wird Dionysos auf Bacchus umbenannt.

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Abbildung: Das Ohr des Dionysos von außen - ebenfalls zu sehen: Kathi und Markus vom pomalo pomalo-Team

Das Ohr des Dionysos von Innen

Besonders berühmt ist das Ohr des Dionysos für die Akustik im Inneren. Durch die geschwungene Form werden Geräusche ungewöhnlich stark weitergetragen. Genau daraus entstand die berühmte Legende, dass Dionysios I. von Syrakus Gefangene dort eingesperrt haben und ihre Gespräche belauscht haben.

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Abbildung: Das Ohr des Dionysos von Innen

In Indiana Jones und das Rad des Schicksals bekommt dieser reale Ort eine fantastische zweite Geschichte

Indiana Jones und Helena Shaw folgen dem sogenannten Grafikos, einer antiken Wegbeschreibung, die sie nach Syrakus führt. Die entscheidende Spur lautet sinngemäß: „Suche dort, wo Dionysios jedes Flüstern wie einen Hurrikan hört.“ Damit ist das Ohr des Dionysos gemeint, und hier wird es richtig interessant für Indiana Jones-Fans, denn im Film befindet sich tief im Ohr des Dionysos das Grab des Archimedes. Dort finden Indiana und Helena die zweite Hälfte der Antikythera, jenes geheimnisvolle Gerät, das im Film als das „Rad des Schicksals“ bezeichnet wird. Außerdem entdecken sie etwas völlig Unmögliches: An Archimedes‘ Skelett befindet sich eine moderne Armbanduhr und genau diese Uhr ist der Hinweis darauf, dass die Antikythera mit Zeitreisen zu tun hat.

Das Geniale an dieser Geschichte

Das Geniale an der Geschichte ist, dass der Film mehrere echte historische Elemente miteinander verknüpft. Syrakus war tatsächlich eine der bedeutendsten griechischen Städte in Sizilien. Archimedes lebte dort und starb 212/211 v. Chr. während der römischen Belagerung und auch das Ohr des Dionysos existiert tatsächlich. Die Antikythera ist ein realer antiker Mechanismus (allerdings nicht die Zeitmaschine des Films) und die Belagerung von Syrakus 214 – 212 v. Chr. ist ebenfalls historisch belegt. Der Film nimmt diese realen Zutaten und baut daraus eine fantastische Zeitreisegeschichte – Fiktion vor realem historischen Hintergrund, wie wir es von Indiana Jones bereits gewohnt sind.

Archimedes und das Ohr des Dionysos

Im Film ist das Grab des Archimedes im Ohr des Dionysos versteckt. Das ist natürlich erfunden, aber dramaturgisch passt es hervorragend zusammen, denn Archimedes war nicht nur Mathematiker, sondern ein außergewöhnlicher Erfinder und Mechaniker. Bei der römischen Belagerung von Syrakus soll er für die Verteidigung der Stadt zahlreiche Maschinen konstruiert haben.

Im Film wird daraus schließlich die Idee, dass Archimedes die Antikythera konstruiert hat, um Menschen aus der Zukunft nach Syrakus zu holen und mit ihrer Hilfe die Stadt gegen die Römer zu verteidigen. Das erklärt dann auch den großen Twist am Ende des Films. Die Zeitmaschine führt nicht nach Deutschland ins Jahr 1939, sondern sie führt zu einem Zeitspalt über Syrakus im Jahr 214 v. Chr. – genau in diese römische Belagerung.

Und noch ein interessanter Film-Trick

Lucasfilm hat tatsächlich die Außen- und Höhlenszenen am echten Ohr des Dionysos gedreht. Für das Grab wurde jedoch ein Studio-Set in England gebaut. Lucasfilm selbst beschreibt das Ohr als einen der entscheidenden Gründe, warum die Produktion überhaupt nach Sizilien gelangt ist.

Und auch der Tempel im Hintergrund der Sizilien-Sequenz ist ein kleiner Film-Trick. Der Tempel von Segesta liegt nicht in Syrakus, sondern rund 300 km entfernt. Der Film montiert also verschiedene sizilianische Orte zu einem scheinbar zusammenhängenden Syrakus.

Parco Archeologico della Neapoli - Archäologischer Park Neapolis

Der Parco Archeologico della Neapolis ist einer der bedeutendsten archäologischen Parks auf Siziliens und befindet sich direkt im Stadtgebiet von Syrakus. Dort findet man beeindruckende Zeugnisse der griechischen und römischen Antike, wie zum Beispiel das griechische Theater von Syrakus, eines der größten der griechischen Welt und die Reste eines großen römischen Amphitheaters. Kurz gesagt: Der Parco Archeologico della Neapolis ist ein Ort, an dem reale antike Geschichte und Indiana Jones-Filmgeschichte direkt aufeinandertreffen.

parco archeologico della neapolis
Abbildung: beeindruckende Felsformationen und Skulpturen im Parco Archeologico della Neapoli

Weitere italienische Drehorte berühmter Filmszenen

Italien hat viele berühmte Drehorte zu bieten, die man sich in „echt“ ansehen kann. Wenn man vor Ort steht und auf die Kulisse blickt, verspürt man vielleicht ein ambivalentes Gefühl, zwischen Aufregung, Besonderheit, Demut und Verwunderung über das was man hier nun zu sehen bekommt: einen Ort der eigentlich gar nicht so aufregend erscheint, als das was man erwartet hat. Vielleicht ist es nur die übertriebene Erwartungshaltung, die sich beim Anblick vor Ort relativiert.

Szene in Indiana Jones und der letzte Kreuzzug am Campo San Barnaba: "Ahhh ... Venedig"

Hier zu sehen ist ein kleiner Ausschnitt aus der berühmten Szene „Ahhh.. Venedig“ und dem original Drehort am Campo San Barnaba. Interessantes Detail: Den berühmten Kanaldeckel sucht man hier vergeblich. Wie diese Szene damals ohne echten Kanaldeckel wohl entstanden ist? Hier bekommst du die Antwort!

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Abbildung: Der berühmte Indiana Jones Drehort in Venedig (Indiana Jones und der letzte Kreuzzug) am Campo San Barnaba

Drehorte aus Gladiator

Der berühmte Gladiator Drehort in der Toskana: Das Haus von Maximus (Russell Crowe) bei San Quirico d’Orcia befindet sich direkt an der Landstraße. Ein Eisentor, welches mit einer Kette versperrt ist, schützt das Anwesen vor den Schaulustigen, die tagtäglich hier stehenbleiben um sich mit dem Haus zu fotografieren. Der Ort selbst ist wenig einladend: Müll und ein eher baufälliges Erscheinungsbild prägt diesen so ehrwürdigen Drehort der Filmgeschichte.

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Abbildung: Das Haus des Maximus in Gladiator steht mitten in der Toskana

Drehort aus Gladiator bei Pienza

Nur ein paar Kilometer entfernt vom Haus des Maximus befindet sich jener Drehort westlich von Pienza, bei welchem Maximus mit seinen Fingern streifend über das Korn gleitet und ins Elysium zu einer Frau und seinem Sohn schreitet. Schade nur, dass es die Figur des Maximus im Hollywood-Blockbuster Gladiator nie wirklich gegeben hat. Das ist jedoch eine andere Geschichte …

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Abbildung: Der berühmte Feldweg aus Gladiator in "echt" - ideal zum laufen und wandern

Kathi und Markus vom pomalo pomalo-Team haben sich den Drehort bei Pienza auch im Rahmen eines Trailruns angesehen und dabei einen Hauch von Geschichte eingeatmet. Auch wenn der Drehort und Maximus selbst reine Fiktion sind, hat diese Gegend etwas Magisches an sich – ein Besuch zahlt sich aus!

Drehort aus Sissi - Schicksalsjahre einer Kaiserin in Ravello

Die wunderschöne Amalfiküste bezaubert nicht nur zahlreiche Besucher, Hochzeitspaare und Touristen, sondern insbesondere auch die Film-, Kunst- und Kultur-Szene der Weltgeschichte. So hat es auch Romy Schneider für die Dreharbeiten von „Sissi – Schicksalsjahre einer Kaiserin“ nach Ravello geschafft. 

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Abbildung: Die Terrazza dell’infinito am Anwesen der Villa Cimbrone in Ravello, mit Blick auf die Amalfiküste

Hier in Ravello befindet sich die berühmte Villa Cimbrone mit dem bezaubernden Garten und der Terrazza dell’infinito, die einen atemberaubenden Blick auf das Mittelmeer bietet. Genau hier hat Romy Schneider gestanden und sich für den Film-Klassiker in Szene gesetzt. Die Handlung im Film spielte dafür der Realität entsprechend eigentlich zuerst auf Madeira (Portugal, wo sie in der Villa Quinta Vigia in Funchal lebte) und anschliessend auf Korfu (Griechenland), wo sich die echte Sissi in Ihrer Villa – dem Achilleion –  erholte. Ravello an der Amalfiküste bot für diese Szenen das ideale Ambiente.

Szenen aus Sissi - Schicksalsjahre einer Kaiserin, welche in Ravello an der Amalfiküste gedreht wurden

Hier zu sehen ist ein kleiner Zusammenschnitt aus Szenen, die mit Romy Schneider für Sissi – Schicksalsjahre einer Kaiserin in Ravello an der Amalfiküste gedreht worden sind. Eine kleine Ausnahme: die Dreharbeiten in den griechischen Tempelanlagen von Paestum, dessen Szene ebenfalls hier zu sehen ist:

Übrigens: Die berühmte Szene, in welcher Kaiserin Sissi mit ihrer Mutter zwischen antiken griechischen Ruinen spaziert, ist nicht auf Korfu entstanden, sondern bei den bekannten griechischen Tempelanlagen von Paestum ca. 40 Kilometer südlich von Salerno.

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Abbildung: Hier bei den griechischen Tempeln in Paestum haben ebenfalls Dreharbeiten für Sissi - Schicksalsjahre einer Kaiserin stattgefunden